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„Den Rückstand dringend aufholen”

Lengerich/Kreis Steinfurt - Eltern, Erzieher, Trägervertreter und Politiker waren einer Einladung der SPD-Landtagsfraktion in das AWO-Begegnungszentrum in Lengerich gefolgt. Sie wollten sich aus erster Hand über die Vorhaben der neuen Landesregierung zur Verbesserung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) informieren. Mit Wolfgang Jörg, dem kinder- und jugendpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion konnten die heimischen Landtagsabgeordneten Frank Sundermann und Elisabeth Veldhues einen ausgewiesenen Experten begrüßen.
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Jörg wies zunächst auf die Probleme hin, die durch die KiBiz-Gesetzgebung der schwarz-gelben Vorgängerregierung verursacht worden seien. Eine jüngst fertig gestellte Überprüfung habe ergeben, dass gegenwärtig viel zu wenige Einrichtungen über einen ausreichenden Personalschlüssel verfügen. Für die eingeforderte Bildung bliebe zu wenig Zeit. Zudem habe die alte Landesregierung erhebliche Kosten auf die Städte und Gemeinden abgewälzt. Vor allem für den Ausbau der Betreuung von Unter-Dreijährigen seien Gelder in Aussicht gestellt worden, die dann kurzfristig gestoppt wurden. Nun sei es dringend notwendig, den Rückstand gegenüber den anderen Bundesländern aufzuholen, denn ab 2013 gelte der Rechtsanspruch auf einen U-3-Betreuungsplatz.

Der neuen Landesregierung sei es in den ersten Monaten besonders wichtig gewesen, in einen intensiven Dialog mit Erzieherinnen und Eltern einzutreten und die Auswirkungen des KiBiz durch eine externe Befragung prüfen zu lassen, erklärte Jörg. „Die Untersuchungen haben ergeben, dass wir gegenwärtig in keinem Bereich gut aufgestellt sind. Deshalb werden wir zum Kindergartenjahr 2011/2012 die größten Ungerechtigkeitsspitzen entschärfen“, so Jörg. Als Beispiele nannte er die Schaffung von 1000 zusätzlichen Stellen für Berufspraktikantinnen außerhalb der Kita-Finanzierung. Sieben bis acht Millionen Euro sollen dafür eingeplant werden. Vor allem für die Betreuung der Unter-Dreijährigen solle der Personalschlüssel geändert werden.

Zur Entlastung der Mitarbeiterinnen sei ein Abbau der Bürokratie vorgesehen. Auch der Einsatz von Kinderpflegerinnen und Ergänzungskräften müsse genau überlegt werden. Mittelfristig sei insgesamt eine Veränderung der Ausbildung wünschenswert. In den Familienzentren sollen Leitungskräfte zukünftig freigestellt werden und mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung sowie Fortbildung zur Verfügung stehen.

Bericht: Westfälische Nachrichten vom 18.01.2011

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